Mehrwöchige Laufpause und eine gute Unterstützung
Ende Oktober war es, als ich an einem Montag in die Rekrutenschule einrückte. Was folgte, waren sieben Wochen Grundausbildung in Bülach (ZH) und im Anschluss die Verschiebung ins
Betriebsdetachement. Seit dem RS-Start sind mittlerweile schon fast zwölf Wochen vergangen. Die Zeit, welche ich zu Gunsten der Schweizer Armee leiste, ist bis heute ziemlich zügig
vorbeigegangen. Bestimmt werden auch die letzten sechs Wochen im Eiltempo vorbei gehen. Mitte März geht die Ausbildung bereits wieder zu Ende und es kommt wieder der gewohnte Alltag auf mich
zu.
Nebst dem Militärbetrieb beschäftigt mich zurzeit aber noch eine ganz andere Sache. Vor rund zwei Wochen stand die dritte Magnetresonanztomographie (MRI) meines linken Fusses an. Durch eine gute
Organisation von Seite der Armee konnte ich ziemlich schnell, nach den ersten Untersuchungen am Fuss, ins Unispital Balgrist nach Zürich.
Eine Woche nach Anfertigung des Bildes wurde ich zur Sprechstunde mit dem Orthopäden aufgeboten. Er erklärte mir direkt auf dem Computer das aktuelle MRI und machte, mit den davor
gemachten Bildern, einen Vergleich. Was dabei herauskam ist nicht negativ, aber auch nicht sehr positiv.
Die Diagnose ist und bleibt weiterhin ein Knochenödem. Das heisst, beim einem Knochenansatz im linken Fuss ist ein ganz kleiner Bereich entzündet. Diese Entzündung verursacht bei grosser
Belastung auf den Vorderfuss weiterhin erheblichen Schmerz. Im Vergleich mit den MRI-Bildern aus den Monaten Juni und Juli ist das Ödem aber weiter rückläufig.
Als Vorsichtsmassnahme wurde mir empfohlen, nochmals mindestens sechs Wochen auf das Joggen und weitere grosse Belastungen auf den Vorderfuss, zu verzichten.
Nebst viel Stabilastions-, Rumpf- und Beweglichkeitstraining mache ich als aktive Heilungsmassnahme mehrmals wöchentlich eine Ultraschalltherapie. Damit erhoffe ich mir eine bessere Durchblutung
im linken Fuss, und somit eine schnellere Genesung.
Roland Christen – 03. Februar 2012
Themenübersicht des Willisauerboten vom 20. Januar 2012
Bericht im Willisauerbote vom 20. Januar 2012
von Esther Peter-Dossenbach
Roland Christen lässt sich nicht unterkriegen
STV Willisau, Leichtathletik - Trainingslager in Monte Gardo (Portugal)
Mittelstreckenläufer Roland Christen vom STV Willisau wollte mit dem Trainingslager in Portugal über die Weihnachtstage die Basis für eine erfolgreiche Saison 2012 legen. Erneute Schmerzen im Fuss zwingen ihn aber wieder zu einer Pause.
Die Saison 2011 stand für den Willisauer Mittelstreckenläufer Roland Christen sportlich gesehen unter keinem guten Stern. Aufgrund einer hartnäckigen Verletzung am linken Fuss verpasste er die gesamte letzte Saison. Anstelle von Wettkämpfen auf der Bahn verbrachte er viele Stunden in der Therapie, und anstelle von schnellen Intervallläufen standen alternative Trainingseinheiten auf dem Programm. Im Herbst blickte der gelernte Elektroinstallateur wieder optimistisch in seine sportliche Zukunft und freute sich auf die ersten Wettkämpfe.
Comeback in Zürich
«Ich konnte in den Herbstmonaten gut trainieren, liess allerdings Sprünge sowie intensive Einheiten als Vorsichtsmassnahme noch aus», sagt Roland Christen. Beim Zürcher Silvester gab er in der Kategorie Sie + Er zusammen mit Stefanie Barmet sein Comeback. Dabei stand vor allem das wiedergewonnene Vertrauen in den Fuss sowie das so lange vermisste Wettkampffeeling im Vordergrund. Beides passte, so dass der 20-Jährige voller Zuversicht über die Weihnachtstage ins zweiwöchige Trainingslager nach Portugal reiste. In Monte Gordo an der algarvischen Küste wollte er, wie bereits ein Jahr zuvor, die Basis für eine erfolgreiche Bahnsaison 2012 legen. «Ich fühlte mich bereit für den Neuanfang. Bis zum Trainingslager in Portugal habe ich das Laufen im Training gänzlich weggelassen und meinem Fuss so die notwendige Ruhe und Erholung gelassen.» Der Optimismus kam nicht von ungefähr. Denn im Alltag und in den leichten Trainings verspürte der derzeitige Betriebssoldat der Rekrutenschule in Bülach keinerlei Schmerzen mehr.
Umso härter traf es ihn, als am zehnten Trainingstag in Portugal nach einer intensiven Einheit auf der Bahn die Schmerzen im Fuss zurückkehrten. «Trotz meiner längeren Laufabstinenz lag ich mit meinen Zeiten nicht viel hinter den derzeitigen Spitzenleuten. Diese Gewissheit gibt mir auch in der aktuellen Situation die notwendige Zuversicht, dass ich, wenn mit dem Fuss wieder alles stimmt, mithalten kann.»
Den Optimismus nicht verloren
Die MRI-Untersuchung am letzten Dienstag soll nun Gewissheit über die Art der Verletzung geben. Im Verlaufe der nächsten Woche erfolgt die Auswertung. Roland Christen hat das Lachen und seinen Optimismus nicht verloren. «Das Trainingslager in Portugal hat mir aufgezeigt, dass ich nach wie vor dran bin. Die erneuten Schmerzen sind zwar ein leichter Rückschlag, doch unterkriegen lasse ich mich davon auf keinen Fall. Ein gesunder Fuss ist nun aber oberstes Gebot. Ich möchte jetzt einfach eine ganz klare Diagnose, damit man die Verletzung entsprechend behandeln kann.»
Wettkampfmässige oder zeitliche Ambitionen sind momentan zweitranging. «Ein gesunder, wieder voll belastbarer Fuss», so lautet das Motto für die Saison 2012. Nach dem Ende der Rekrutenschule im März wird Roland Christen eine 90-Prozent-Stelle in Sursee als Elektroplaner antreten. Es ist alles perfekt in die Wege geleitet, damit der Name Roland Christen, STV Willisau, in Bälde wieder in den Schweizerischen Bestenlisten über 400, 800 und 1500 Meter auftaucht.
Roland Christen - 19. Januar 2012
TL in Monte Gordo – zweite Woche
Die zweite Hälfte des Aufenthaltes in Monte Gordo verging noch schneller als die erste. Einen grossen Anteil an das schnelle Vorbeigehen der Zeit hat sicherlich das tolle Wetter. Während den ganzen zwei Wochen gab es während den Trainings keinen einzigen Tropfen Regen. Anstatt Regenschutz war Sonnenbrille angesagt.
Zum sportlichen Teil des zweiten Abschnittes. Leider kann ich nicht mehr so euphorisch weiterberichten. Denn nach dem Bahntraining am Mittwoch wurde ich wieder etwas gebremst. Die Einheit an sich selber gelang mir ganz gut und ich war sehr zufrieden mit den Zeiten. Nicht ganz der gleichen Meinung war aber mein linker Fuss. Als Vorsichtsmassnahme liess ich anschliessend alle Laufeinheiten weg und stärkte vermehrt meine Rumpfkraft. Auch im Bereich meiner Beweglichkeit gibt es noch genug Arbeit, somit konnte ich trotzdem trainieren, leider halt nicht im Bereich des Laufens. Durch das Weglassen sämtlicher Laufeinheiten fühlt sich mein Fuss bereits wieder etwas besser an. Die Betonung liegt auf besser. Wirklich zufriedenstellen ist die Situation mit meinem linken Fussgelenk nicht.
In der Schweiz werde ich dann in Ruhe das weitere Vorgehen mit meinem Staff besprechen und eine Entscheidung treffen.
Nebst dem Sport gab es auch noch ein wenig Zeit für Spiele, Shopping oder ein Latte Machiatto am Strand.
Als Favoriten in Sachen Spiele werden der Kuhhandel, das Brändi-Dog, der Coiffeure, der Schieber, die Psychose und die Skichallenge eingehen.
Beim Handeln mit Tieren gelang mir am Samstagnachmittag ein Einstand nach Mass. Zum ersten Mal überhaupt nahm ich in der Runde der Kuhhändler Platz. Mit dem einen oder anderen Big Trade vermochte ich mich gegen Schluss an die Spitze zusetzten. Die Führungsposition musste ich dann bis zum Schluss nicht mehr preisgeben. Somit konnte ich im ersten Spiel den ersten Sieg einfahren. Ob es purer Zufall war oder meine Taktik gefruchtet hat werden wir am Abend sehen, denn dann steht die Revanche meiner Konkurrenten auf dem Programm.
Über das beliebte Spiel Brändi Dog möchte ich am liebsten nichts schreiben. Die vielen Duelle zwischen Pam + Steffi und Raphi + mir waren eine einseitige Angelegenheit. Schlussendlich wurde der Zwischenstand der Spielsiege gar nicht mehr weitergeführt, so klar lagen sie in Front. Diese miese Bilanz ist aber nicht auf das nicht können der Rekruten zurückzuführen. Aus meiner Sicht lag es teilweise am fehlenden Glück und manchmal an unserer Taktik. Da drauf lässt sich aber bestimmt aufbauen.
SC 12
Bis vor zwei Wochen kannte ich die Krankheit SC12 noch nicht, doch nun bin auch ich von ihr befallen. Sie kam wie angeschossen und ist nur sehr schwer wieder heilbar. Von vielen Personen wird sie auch als hoch ansteckend eingestuft. Bei uns in Portugal sind mehrheitlich die Männer davon betroffen. Die Ärzte vermuten, dass im weiblichen Körper ein stärkerer Abwehrstoff vorhanden ist und sie deswegen weniger betroffen sind.
Die Symptome welche die Krankheit hervorruft sind unübersehbar. Meistens sitzen die betroffenen Personen, haben die Hände vor dem Kopf und zwischen den Finger ein Mobiltelefon. Diese Position ist typisch in der Anfangsphase. Wie erkennen sie einen Patienten, der nicht mehr in der Anfangsphase an SC12 leidet? Auch dies ist einfach festzustellen. Ein Patient in fortgeschrittenem Status neigt dazu, seine Arme langsam nach links oder rechts ab zu drehen. Häufige Nebenwirkungen sind Ungeduld, das Austeilen von nicht so schönen Worten oder das häufige Wechseln der Sitzpositzion. Was kann man gegen die neue Krankheit tun? Die effektivste und zeitsparendste Methode funktioniert ganz einfach. Laden sie nie die App Skichallenge 12 auf ihr Mobiltelefon! Somit ist es auch nicht möglich von der SC12 befallen zu werden. Sollten sie von SC12 betroffen sein, dann ist die schnellste und effektivste Heilmethode das Löschen der App. Überwinden sie ihre Sucht und bringen sie den Löschvorgang hinter sich. Rückfälle nicht ausgeschlossen!
Dr. Med. Neuschnee
Ganz so schlimm ist die Krankheit natürlich nicht in Portugal bei uns Leichtathleten. Aber es findet unter ein paar Läufern ein Wettkampf statt. Gefahren wird grösstenteils nur auf der Lauberhorn Abfahrt. Als übliche Wettereinstellung dient Eis, aber auch auf Eis wurde schon gefahren. Untenstehend die aktualisierte Rangliste bei Sonne und Eis. Viel Spass beim Skifahren und werft das Mobiltelefon nicht in die Ecke wenn es nicht immer so läuft wie ihr es gerne hättet.
Rangliste Lauberhorn (Sonne):
folgt…
Rangliste Lauberhorn (Eis)
folgt…
Roland Christen - 07.01.2012
TL in Monte Gordo – Tag 8
Durch das frühere zu Bett gehen am Vorabend liess es sich einiges einfacher Aufstehen als auch schon. Trotzdem fühlte ich mich ziemlich schlapp und kraftlos. Dazu kam noch, dass ich ziemlich erkältet bin. Der am Morgen auf dem Programm gestandene Dauerlauf wurde dann gegen Ende trotz langsamem Tempo etwas zur Qual. Im Hotel zurück dehnte ich meine Muskulatur und legte mich anschliessend vor dem Mittag noch 30‘ schlafen.
Das Sprinttraining am Nachmittag fühlte sich dann bereits wieder viel besser an. Auch die Motivation war wieder gestiegen und ich konnte die Sprints alle locker und schnell laufen.
Über ein Thema habe ich bis anhin noch kein einziges Wort verloren, glaube ich zumindest. Die spezielle Situation ist jeweils immer vor der Teamsitzung am Abend sehr gut zu beobachten. Sehr viele männliche Athleten und mittlerweile auch weibliche Athletinnen sitzen dann jeweils auf ihrem Stuhl und starren mit voller Konzentration in ihr Mobiltelefon. Als aussenstehende Person kommt einem das hin und her bewegen des Mobilen Gerätes ziemlich komisch vor. Auch das heftige klopfen auf das Stuhlpolster oder das austeilen von Fluchworten gehört nicht zur Seltenheit.
Schon eine Ahnung um was es sich handeln könnte? Keine Ahnung, dann lös ich das Rätsel auf.
Ski-Challenge 12 heisst das zeitraubende und nervenkostende Spiel. Man sieht also, dass Leichtathleten nicht nur im Sport, sondern auch im Spielen sehr ehrgeizig sein können. =)
Die Aktuelle Rangliste (Strecke Lauberhorn):
1. Raphael Salm
2. Mirco Zwahlen
3. Jan Hochstrasser
4. Raphael Frei
5. Roland Christen
6. Louis Heyer
7. Michael Geissbühler
8. Fabien Visinand
9. Michel Brügger
Roland Christen – 03. Januar 2012
TL in Monte Gordo – Neujahrestag
Riesiges Feuerwerk zum Jahreswechsel
Mit einem sehr feinen Silvestermenu in einem italienischen Restaurant stimmte sich die ganze Gruppe auf den Jahresübergang ein. Kurz vor Jahresende wurden dann Sektgläser verteilt und wir begaben uns nach Draussen. Vor dem Restaurant wurde anschliessend geprostet und jedem nur das Beste für das Jahr 2012 gewünscht. Zum Jahreswechsel durften wir am Meer noch ein super Feuerwerk geniessen. Am Ende dieses teuren Spektakels zündeten die Organisatoren noch dutzende Raketen miteinander. Es krachte nur noch und eine Rakete nach der anderen ging auf ohne dass man etwas davon hatte. Muss mir noch jemand sagen, dass Portugal in der Krise steckt... =)
Mitten im Zentrum von Monte Gordo, in der Nähe des Strandes, wurde ein riesiges Festzelt aufgebaut. Eine Band und ein DJ sorgten für gute Stimmung und brachten so das eine oder andere Tanzbein zum Schwingen.
Das Training am Neujahrestagmorgen wurde zeitlich auf individuell angesetzt. Es wurden verschiedene Gruppen gebildet und gemeinsam den ersten lockeren Dauerlauf des neuen Jahres absolviert.
Am Nachmittag war dann bereits wieder ein Schwellentraining auf dem Plan.
Da die Nacht nach Silvester bekanntlich immer etwas kürzer ist, war am ersten Tag im neuen Jahr etwas früher Nachtruhe als gewöhnlich.
Roland Christen – 03. Januar 2012
TL in Monte Gordo – Silvester
Der letzte Sonnenuntergang im 2011
Am letzten Tag im Jahr 2011 stand nur ein Training auf dem Programm. Aus diesem Grund wurde der Trainingsstart um eine Stunde auf 11.00 Uhr verschoben. Scharfer Start im Stadion war 11.45 Uhr. Um diese Zeit wurde gestartet zu 2x(4x600m). Bei optimalsten Bedingungen konnte ich das alte Jahr doch noch versöhnlich abschliessen. Zumindest Trainingsmässig. Das Joggen vom Stadion ins Hotel diente als Auslaufen und so konnten wir anschliessend wieder unsere Waden im Pool baden.
Da heute in unserem Hotel eine Ü70 Silvesterparty steigt, ist es nicht möglich das Mittag- und Nachtessen im Haus einzunehmen.
Da am Nachmittag Ruhe angesagt war, gönnte ich mir einen Burger namens ‘‘Chef‘‘. Er schmeckte spitzenmässig. Natürlich durfte auch das obligate Kaffee nicht fehlen.
Am späteren Nachmittag entschieden wir uns für einen Strandbesuch. Zusammen mit Steffi, Livia, Selina und Corinne genoss ich den letzten Sonnenuntergang im und am Meer =).
Nun steht das Silvesteressen auf dem Programm.
Ich wünsche euch einen guten Rutsch ins Jahr 2012 und hoffe, dass alle eure Träume in Erfüllung gehen.
Es guets nöis wönscht
Roland
Roland Christen - 31. Dezember 2011
TL in Monte Gordo – Tag 5
Sprung ins kalte Wasser
Von Tag zu Tag nimmt die Spannung in den Waden etwas zu. Der Freitag, mit zwei eher lockeren Einheiten, kam daher gerade zur rechten Zeit.
Am Morgen Stand ein Dauerlauf von einer Stunde auf dem Programm. Während der Hälfte dieses Trainings war es das Ziel, an der aeroben Schwelle zu laufen. Zusammen mit Valerié, Jan, und der Velobegleitung Hugo brachten wir dieses Training bei herrlichem Sonnenschein ohne Probleme hinter uns.
Anschliessend nutzten wir das kalte Hotelpool als ‘‘Kneippteich‘‘. Das kalte Wasser kühlt die Beine sehr schnell herunter und fördert damit die Durchblutung. Kurzerhand beschloss ich dann nicht nur meine Beine zu baden, sondern den ganzen Körper. Mit einem Satz sprang ich in das extrem kalte Wasser. Lange hab ich es aber nicht ausgehalten, zu kalt war das Wasser. Der Schock welcher ich so meinem Körper zumutete tat aber gut. Ich fühlte mich danach sehr frisch =).
Das Training am Nachmittag wurde von Louis Heyer geleitet und war für jeden Athleten eine Herausforderung. Bei vielen ist in Sachen Koordinativen Übungen noch viel Potenzial vorhanden ;-).
Zum Schluss standen noch ein paar kurze Sprints auf dem Programm. Für mich war dies seit langer Zeit wieder das erste Mal, dass ich etwas in den Nagelschuhen gelaufen bin. Ich wusste beinahe nicht mehr wie es sich in solch tollen Schuhen anfühlt. Anfreunden konnte ich mich aber ganz schnell wieder mit ihnen und sie bereiteten mir auch eine Menge Spass!
Am Abend gab es dann noch eine Jassrunde bevor es etwas früher zu Bett ging. Denn für das aller letzte Bahntraining im alten Jahr wollten alle top fit sein.
Roland Christen – 31. Dezember 2011
TL in Monte Gordo - Tag 4
Kantersieg für die Armee! =)
Für mein Gefühl geht das Jahr 2011 mit riesen Schritten zu Ende. Kommt hinzu, dass man im Militär sowieso jede Art von Zeitgefühl verliert und die Zeit viel schneller vergeht. An der Algarve in Monte Gordo ist das verstreichen der Zeit nicht viel anders. Am Montagabend angekommen und zum jetztigen Zeitpunkt ist bereits Freitagmorgen. Die Tage vergehen wie im Flug, bei solch genialem Wetter wie wir es zurzeit geniessen dürfen sowieso. Zu diesem Thema kann ich nur sagen, dass ich bis heute keine einzige Wolke am Himmel gesehen habe. Es ist der blaue Himmel und die strahlende Sonne welche das Bild am Himmel prägen!
Neben den vielen super Eindrücken werden natürlich weiterhin sehr gute Trainings gelaufen. Am Donnerstagmorgen stand ein lockerer Dauerlauf mit anschliessendem Beweglichkeitsprogramm auf dem Trainingsplan. Während den Übungen welche meine Beweglichkeit etwas verbessern sollten lief auf Eurosport die Abfahrt von Bormio. Auf dem Weg zum Schweizerdoppelsieg in Italien steigerte sich meine Beweglichkeit markant! =) Schlicht genial was die Jungs auf den Schnee zauberten!
Das Nachmittagstraining bedeutete für mich ein Ausflug in den Kraftraum. Auch ein Mittelstreckenläufer weiss wie man eine 100kg Hantel hoch stemmt.
Durch das Bahntraining vom Mittwochnachmittag wurden meine Waden doch etwas in Mittleidenschaft gezogen. Mit einer Massage probierte ich der Verspannung nachdem Nachtessen etwas entgegen zu Wirken.
Völlig entspannt konnte ich anschliessend in drei Partien Dog einsteigen. Trotz einer Gesamtscore von 2:5 für die Frauen hatten Raphi und ich Gestern Grund zum Feiern! Im zweiten Spiel geschah etwas beinahe unmögliches. Während die zwei Rekruten alle ihre acht Kugeln in den zwei Nestern versorgen konnten, schafften die Frauen keine einzige nach Hause zu bringen! Eine ganz bittere Kanterniederlage für Pam und Steffi. Im dritten und letzten Tagesspiel wurden wir aber wieder auf den Boden der Realität zurückgeholt und mussten uns wieder geschlagen geben. ;-)
Roland Christen – 30. Dezember 2011
TL in Monte Gordo - Tag 3
Das erste Bahntraining
Auch das zweite Aufstehen auf portugiesischem Boden war Weltklasse! Das Beobachten des Sonnenaufganges kurz nach dem Erwachen ist schlicht sensationell und verhilft einem zu einem super Start in den Tag.
Die morgendliche Trainingseinheit bestand aus einem lockeren Dauerlauf und ein paar Steigerungen.
Nach den zwei Niederlagen von Gestern gegen Steffi und Pamela starteten Raphi und ich heute einen neuen Versuch. Mit voller Zuversicht starteten wir in die Dogpartie Nummer drei. Bereits kurz nach Beginn sah es super aus für das Männerteam! Doch die klugen Frauen fingen uns kurz vor Schluss noch ab und bauten die Führung auf 3:0 aus!! Ein solch gegen uns gelaufenes Spiel konnten wir nicht auf uns sitzen lassen und somit forderten wir sie zu einer mittlerweile weiteren Revanche heraus. Und siehe da, auch wir können gewinne. Der aktuelle Score 3:1 für die Frauen. Fortsetzung folgt…
Voller Selbstvertrauen konnte ich nach dem Dogsieg ins erste Bahntraining starten. Die dutzend Läufe liefen wir super und ich fühlte mich genial. Mit dem Sonnenaufgang erwacht, joggten wir zum Sonnenuntergang nach Hause ins Hotel aus. Auf diesem Weg schicke ich Sonnige Grüsse in die sicherlich etwas kühlere Schweiz.
Möcheds guet ond nömme z’Ruuch im alte Johr. En schöne Obe.
Roland Christen – 28. Dezember 2011
TL in Monte Gordo – Tag 2
Was gibt es schöneres als bei strahlend blauem Himmel und direktem Sonnenschein in das Hotelzimmer aufzustehen? Im Moment in welchem man das erlebt, gibt es nichts Besseres. Natürlich hat auch der viele Schlaf dazu beigetragen, dass ich am Morgen ohne Probleme aufstehen konnte. Für eine optimale Erholung aber sind ja die Trainingslager da.
An der Teamsitzung nachdem Frühstück wurden zwei weitere Athleten willkommen geheissen, welche am späten Abend noch zu uns gestossen sind.
Um 10.00 Uhr stand dann das erste offizielle Training bei 16 Grad Celsius auf dem Programm. Nach einem 50 minütigen Dauerlauf im Wald beschäftigten wir uns mit Kraft- und Dehnübungen.
Der leckere Kaffe im Anschluss an das Mittagessen durfte auch heute nicht fehlen. Auf dem Rückweg wurde dann bereits die Temperatur des Meeres inspiziert. Ob es Mutige geben wird, die sich der Aufgabe stellen, wird sich in den nächsten zwei Wochen zeigen.
Am Nachmittag standen nebst einem etwas unregelmässigen Dauerlauf noch 10x100m koordinative Abläufe auf dem Plan. Mit einer riesen Gruppe absolvierten wir diese im Wald, in der Nähe des Meeres während dem Sonnenuntergang.
Zum Tagesabschluss gehörten dann leider auch noch zwei Niederlagen im Brändi Dog! Nichts desto trotz werden Rekr Frei und ich gut schlafen und uns mental auf eine doppelte Revanche morgen vorbereiten.
Roland Christen - 27. Dezember 2011
Trainingslager in Monte Gordo, Portugal - Tag 1
Die Zeit zu Hause war kurz. Kaum aus der Rekrutenschule zurückgekehrt, stand bereits das Trainingslager in Portugal auf dem Programm. Trotzdem kostete ich die Zeit im Kreise der Familie voll und ganz aus und vermochte sie sehr zu geniessen. Noch am Weihnachtsabend selber machte ich mich ans Koffern packen und traf die letzten Vorbereitungen damit ich die folgenden zwei Wochen ohne grosse Pendenzen geniessen kann.
Am Stephanstag um 12.15 Uhr hob der Flieger pünktlich in Zürich ab. Mit an Bord 15 weitere Mittelstreckenläuferinnen und Mittelstreckenläufer. Beim Zwischenlanden in Lissabon stiessen dann nochmals zehn Athletinnen und Athleten zu uns. In Faro am Flughafen war der Bestand der Gruppe somit auf 25 Personen angewachsen. All diese Sportler mussten anschliessend ins 65 Kilometer entfernte Monte Gordo transportiert werden. Dafür waren zwei Mietautos vom Flughafen aus und zwei Transportbusse vorgesehen. Leider klappte das mit den zwei Bussen nicht ganz und es kam auch nach eineinhalb Stunden Wartezeit kein zweiter. Unter diesen Umständen wurden wir zu viert mit dem Taxi in den Süden von Portugal chauffiert.
Als Auflockerung absolvierten wir nach der Ankunft im Hotel ein leichtes Footing quer durch Monte Gordo. Die ganze Umgebung ist mir aus dem Trainingslager im Februar noch bestens bekannt. Die Auswahl beim Nachtessen war durch unsere leichte Verspätung etwas beschränkt, hungern mussten wir aber trotzdem nicht.
Mit einer perfekten Zimmerordnung und den Reisestrapazen in den Knochen schliefen Rekrut Frei und Christen innert kürzester Zeit ein.
Roland Christen - 27. Dezember 2011
Rekrutenschule Woche 8
‘‘Rekrut Christen meldet sich ab und geniesst Urlaub bis am 09.01.2012 um 14.00 Uhr!‘‘, tönt doch gut oder? Ob es gut tönen mag sei dahin gestellt, auf alle Fälle fühlt es sich bestens an. Zwei Wochen in der Zivilisation zu Leben sind schon beinahe eine halbe Ewigkeit, wenn ich bedenke, dass ich seit Anfang November der Schweizer Armee angehöre.
Wie schätzen sie mein Befinden in der Rekrutenschule ein, nachdem sie die kurze Einleitung gelesen haben? Spüren sie eine grosse Motivation heraus mit Drang zum Weitermachen oder drückt eher eine Stimmung des Müssens durch?
Eine ganz klare Antwort kann ich ihnen selber auch nicht geben, denn die Motivation und das Gefühl ändern in der RS von Tag zu Tag manchmal sogar von Stunde zu Stunde. Mit Sicherheit kann ich aber sagen, dass die Option Weitermachen nie ein Thema war, weder bei mir noch bei meinen Vorgesetzten. Um diesem Unterfangen ohne Probleme zu entkommen, ist einer von vielen Wegen der Status des qualifizierten Sportlers. Wieso es in unserer Kaserne in Bülach in diesem Jahr so viele Freiwillige gab wie noch selten zuvor ist mir ein grosses Rätsel! Haben diese Personen zu Hause keine Hobbys, Familie oder eine gute Arbeitsstelle in Aussicht? Sehr wahrscheinlich nicht, für mich wäre eine Weiterbeschäftigung in der Armee absolut unvorstellbar.
Mit der siebten RS Woche welche mit dem 17. Dezember zu Ende ging schlossen wir die Allgemeine Grundausbildung ab. Zu diesem Anlass konnten wir auch bereits unser Kampfrucksack, den gesamten Inhalt und den Schlafsack abgeben. Im Anschluss an die Abgabe des Materials wechselten wir innerhalb des Waffenplatzes in Bülach die Kaserne.
Woche acht, erster Tag nach der abgeschlossenen Grundausbildung. Zusammen mit den WK-Soldaten wurden wir am Morgen, wegen kaltem Wetter, im Gebäudeinneren zum Antrittsverlesen aufgeboten. Im Anschluss wurden die verschiedenen Arbeiten verteilt und die Tagesinformationen bekannt gegeben.
Zusammen mit einem Mehrkämpfer wurde ich nach Dübendorf verschoben und war dort dem Hauptadjutant Mühlebach unterstellt. Eineinhalb Tage lang standen anschliessend das Falten und Verpacken von Weihnachtskarten auf dem Programm.
Als letztes wurde uns am Donnerstagabend zu viert eine Arbeit in Kloten erteilt. Vor Ort erfuhren wir dann, dass es sich um das Vorbereiten der Weihnachtsfeier für die Berufsarmee drehte. Weihnachtsbaum schmücken, Tische decken und Teller stapeln war angesagt.
Am Freitagmorgen wurden wir pünktlich in unsere zwei Wochen Urlaub entlassen. Ein herrliches Gefühl.
Roland Christen - 27. Dezember 2011
Marsch: Eins, zwei, drei, vier...
Die langen, dunkeln Nächte sind eingetreten und ich bin eingerückt. Mit der Auszeichnung «Qualifizierter Sportler» in der Hand trat ich in den wohl coolsten Verein der Schweiz ein, dem Militär. Mit dem ersten Diensttag am 31. Oktober begann ein neuer, spannender (oder auch langweiliger) Abschnitt...
Christen Brothers gewinnen Silber!
Am letzten Wochenende spielte sich eine fast geschichtsträchtige Szene ab in der Stadt Basel. Zum zweiten Mal wurde in diesem Jahr der Run to beat Marathon durchgeführt. Die Strecke führte vom Basler Marktplatz, der freien Strasse entlang nach Kleinbasel und über die Brücke wieder zurück zum Start und Zielgelände. Die Veranstaltung alleine war nicht das Spezielle, aber was wäre ein Marathon ohne Läufer?
Und genau um diese geht es. In verschiedenen Kategorien konnte am Sonntagnachmittag in der Stadt der Läckerlis zum Ekiden Marathon gestartet werden. Gegen die 100 Teamkäptens suchten sich fünf laufbegeisterte Kollegen aus und meldeten sich an. Darunter auch die Christen Brothers aus Gettnau. Der letzte Einsatz des Familien Sextetts liegt bereits einige Jahre zurück und war beim Ekiden Marathon in Riehen.
Älter sind die sechs Sportler zwar geworden, aber wär sich dachte, dass auch die Geschwindigkeit darunter gelitten hätte, der täuschte sich.
Mit Startläufer Urs setzten die sechs Läufer mit den Landesfarben von Äthiopien auf dem Dress bereits ihren grössten Trumpf auf der ersten Strecke ein. Und dieser niemals müde werdende Läufer zeigte sich trotz stark reduziertem Training von seiner Besten Seite. Wie zu seinen schnellsten Zeiten bekamen die meisten Gegner nur seine Schuhsohlen zu sehen. Er übergab als Gesamt zweiter an Gerhard. Geri wie ihn alle nennen im Laufbusiness konnte nahtlos an die starke Leistung von Urs anknüpfen und lief ebenfalls ein super Rennen. Geri zum heutigen 50. Geburtstag wünsche ich dir alles Gute!
Die erste Strecke über zehn Kilometer übernahm als dritter Läufer Isidor. Nach und nach kam man den hintersten Mannschaften näher und begann mit überrunden. Auf dem doch eher kurzen und sehr kurvenreichen Parcours war dies eine Aufgabe welche viel Konzentration erforderte. Deshalb konnte die ganze Mannschaft einmal mehr ihre enorme Erfahrung ins Spiel kommen lassen. Auch Isi zeigte sich nach getaner Arbeit zufrieden und hatte per Handschlag an Sepp übergeben! Die fünf vor ihm liegenden Kilometer absolvierte er trotz in letzter Zeit auftretenden Fussproblemen ihn sehr schneller Zeit. Die Gebrüder Christen lagen also immer noch auf Podestkurs. Als zweitletzter schickten die Läufer aus Gettnau den hervorragenden Bergläufer Hans ins Rennen. Ob ihm die Strecke genug Steigung aufweist? Von aussen her gesehen machte er auf jedenfall keinen Heel daraus ob flach oder steil. Er zeigte einmal mehr eine sensationelle Leistung und kämpfte bis am Schluss. In der Übergabezone klatschte er ein letztes Mal mit ''Pädingten'' Martin ab. Mit der Unterstützung von seinen zwei Söhnen Severin und Joel zeigte auch Pädingten was ihn im steckt. Auf den abschliessenden zehn Kilometer liess er nichts mehr anbrennen und lief den zweiten Platz souverän ins Ziel.
Ganz herzliche Gratulation!
Roland Christen - 17. September 2011
Sinnbildlich für die Situation: Ein (grosser) Stein im Weg.
Ausgebremst auf dem entscheidenden Weg
Momentan kann man das Wort «Pech» mühelos durch den Namen «Roland Christen» ersetzen. Leider. Nach monatelangem Abwarten steht die End-Diagnose der unendlich traurigen Verletzung da: Der Knochen im unteren Sprunggelenk ist stark gereizt und verursacht bei grösseren Anstrengungen Schmerzen. Im schlimmsten Falle könnte dies zum Absterben des betroffenen Knochens führen, jedoch nur wenn weitere, harte Belastungen diesem Knochen zu Laste kommen. «Durch die Kraft, die gleichzeitig von oben und von der Seite auf den verletzten Knochen drückt, ist dieser sehr verletzungsanfällig.», meint Roland Christen. Er habe genau den dümmsten aller Knochen erwischt, beteuerte Physio-Therapeut Dani Troxler, der sonst mit Viktor Röthlin unterwegs ist. Der zweitschlimmste Knochenbefall wäre in der Handgegend. Es wäre ihm lieber gewesen, an diesem Knochen eine Fraktur aufzuweisen als am Fuss, sagt Christen und lächelt ungewiss. Auf dem Weg zur heimischen Europameisterschaft 2014 in Zürich hätte doch dieses Jahr wegweisend sein sollen. Einerseits mit der Qualifikation für die Sport-Rekrutenschule in Magglingen, andererseits für die Bestätigung seines Karrierenverlaufs. Nebst dem weiteren Trainingsalltag wäre eine allfällige Reduktion der Arbeitszeit geplant gewesen. Nun wird mit einer Trainingspause von zwei Monaten gerechnet – einer langen Bremsspur. Anfangs Oktober kann, je nach Heilungsverlauf, die Belastung leicht gewährt werden. Hätte Christen seine ersten Beschwerden im April ernstgenommen, hätten vier Wochen weniger pausiert werden müssen. «Ich habe damals nicht realisiert, dass diese Verletzung so gravierend sein kann.», äussert Christen, «Man geht ja nicht gleich wegen einem kleinen, kurz aufgetretenen Problem zum Arzt.» Troxler hat ihm noch geraten, seinen Trainings- und Vereinskollegen mitzuteilen, dass wenn im oberen Fussgelenk Schmerzen auftreten, sofort gehandelt werden muss.
Unendlich traurig hat Christen diese Beurteilung zur Kenntnis genommen – aber ganz und gar nicht seine Hoffnungen und Chancen begraben.
Philipp Christen - 28. August 2011
Hoffen auf den Herbst
Der Willisauer Roland Christen zählt zu den hoffnungsvollsten Mittelstreckenläufern der Schweiz. Seine persönliche Bestzeit über 800 Meter liegt bei 1.51.13. In dieser Saison wollte er diese Zeit angreifen und sich weiter steigern. Es kam leider ganz anders.
Eine hartnäckige Fussverletzung zwang Roland Christen die Saison abzubrechen, bevor sie überhaupt angefangen hatte. Im nachfolgenden WB-Gespräch äusserst sich der 20jährige über die Art seiner Verletzung, wie er mit dieser Enttäuschung umgeht und wie seine sportlichen Ziele aussehen.
Roland Christen, wie lautet genau die Diagnose Ihrer Verletzung?
Roland Christen: Die Auswertung des MRI ergab eine Vorstufe eines Ermüdungsbruches. Im Unterschied zu einem «richtigen» Ermüdungsbruch waren in meinem Fall noch keine Risse im Knochen sichtbar. Der Knochen war aber bereits entzündet. Damit es nicht zu einem Ermüdungsbruch kommt, habe ich mich entschieden, die Saison vorzeitig abzubrechen und die Verletzung ganz ausheilen zu lassen.
Wie lange wird die Trainings- und Wettkampfpause dauern?
Ein Ermüdungsbruch zieht eine Pause zwischen zwei bis drei Monaten nach sich. Meine Verletzung unterscheidet sich von der Genesungszeit nicht von der eines Ermüdungsbruches. Seit dem Tag, an dem die Verletzung erstmals aufgetreten ist, sind jetzt ziemlich genau drei Monate vergangen. Aufgehört zu trainieren habe ich jedoch erst einen Monat später. Ich halte mich jetzt mit Rad fahren und Krafttraining fit. Beides sportliche Aktivitäten, bei denen ich den Fuss praktisch nicht belaste. Im Verlaufe des Herbstes hoffe ich, wieder ins Training einsteigen zu können.
Sie haben die Saisonvorbereitung mit den beiden Trainingslagern in Portugal und Zypern etwas anders gestaltet als in den vergangenen Jahren. War dies eventuell etwas zu intensiv?
Das kann ich weder dementieren noch bestätigen. Ich fühlte mich in einer sehr guten Form, die Resultate an den Strassenläufen im Herbst bestätigten dies. Die Erholung kam auch in den Trainingslagern nicht zu kurz. Im Leistungssport bewegt man sich immer auf einem dünnen Grat. Erfolg und Misserfolg liegen oft sehr nahe beieinander. Auf eine gute Vorbereitung folgen tolle Rennen mit guten Zeiten. Ebenso schnell kann es aber auch auf die andere Seite kippen. Eine kurze Über- oder Fehlbelastung kann ziemlich viel Schaden anrichten.
Im vergangenen Jahr haben Sie die Teilnahme über 800 Meter an den U20-WM um 13 Hundertstelsekunden verpasst. In diesem Jahr wollten Sie die Limite von 1.49.00 für die U23-EM in Ostrava unterbieten. Leidet ihre Motivation unter solchen Tiefschlägen?
Ich betrachte das Nichterreichen einer Limite für einen Grossanlass nicht als Tiefschlag. Klar bin ich jeweils für einen kurzen Moment enttäuscht, wenn ich mein persönliches Saisonziel so knapp verpasse, wie zum Beispiel im vergangenen Jahr für die U20-WM. Dank meiner mentalen Stärke und meiner positiven Einstellung kann ich aber solche Ereignisse schnell wegstecken und mich bald wieder neuen Zielen zuwenden.
Sie haben vor kurzem Ihre berufliche Ausbildung zum Elektroinstallateur erfolgreich abgeschlossen. Als Profi die Brötchen zu verdienen, ist dies ein Ziel?
Bevor ich an ein solches Unterfangen denke, muss zuerst mein Fuss wieder gesund werden. Davon hängt im Moment auch mein Militärdienst ab. Im besten Falle darf ich die Sportler-RS absolvieren und während dieser Zeit als Profi trainieren. Wird dieser Wunsch wahr, hoffe ich auf einen Leistungsschub. Im Anschluss an den Wehrdienst möchte ich das Arbeitspensum reduzieren und so möglichst auf den Sport setzen zu können. Leichtathletik als Vollprofi zu betreiben, ist aber noch nicht in meiner Planung.
2014 findet in Zürich die EM statt. Sie gehören zu den sogenannten Swiss-Starters. Diese gelten als besondere Talente, welche vom Leichtathletikverband speziell unterstützt werden, damit diese fokussiert auf das Ziel – Teilnahme an der EM 2014 – hinarbeiten können. Wie muss man sich diese Unterstützung vorstellen?
Die Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Leichtathletikverband wurde in der letzten Zeit intensiver. Man setzt sich vermehrt mit den Nationaltrainern an einen Tisch und bespricht Trainingsabläufe, Leistungstests und die Karrierenplanung. Letzteres ist im Hinblick auf Zürich 2014 besonders wichtig. Neben diesen Gesprächen werden im Verlauf des Jahres verschiedene Anlässe durch den SLV organisiert, bei denen alle Swiss-Starters teilnehmen können.
Ihre bevorzugte Distanz ist diejenige über 800 Meter. Wird dies auch in Zukunft so sein, oder könnte es auch in Richtung 1500 Meter oder sogar etwas kürzer sein?
Für einen 800-Meter-Läufer ist die Flexibilität sehr wichtig. Ob es da distanzmässig nach oben oder nach unten geht, ist egal. Ich lief bis anhin in jeder Saison mindestens einen Lauf über 400 Meter und 1500 Meter. Dies werde ich auch in Zukunft tun. Die Hauptdisziplin wird aber 800 Meter bleiben. Die Geschwindigkeit in Kombination mit der Taktik fasziniert mich.
Roland Christen als Mittelstreckenläufer und Speaker. Beim Willisauer Leichtathletikmeeting haben Sie sich als versierter Speaker und Kommentator bei den Mittelstreckenrennen engagiert. Könnte dies ein berufliches Standbein für Sie werden?
Der Einsatz als Speaker war spontan, hat mir aber Spass gemacht. Als aktiver Athlet kann ich so ein Rennen aus einer etwas anderen Perspektive beurteilen. Zudem kenne ich viele Läufer persönlich, was das Kommentieren natürlich einfacher macht. Von den Athleten kamen viele positive Reaktionen zurück, was mich natürlich freute. Um diesem Job aber vermehrt nachzugehen, fehlt schlicht die Zeit. Und vorläufig möchte ich lieber noch aktiv auf der Bahn laufen als am Mikrofon zu arbeiten. Für spontane Mikrofone-Ensätze bin ich aber weiterhin nicht abgeneigt.
Bericht von Esther Peter-Dossenbach aus dem Willisauer Bote vom 5. Juli 2011
Die sportliche Pause dauert noch etwas an..
Mit dem schriftlichen Prüfungstag vom letzten Freitag konnte ich einen weiteren grossen Teil hinter mich bringen. Das Fazit über die acht Prüfungen fiel bei mir gefühlsmässig positiv aus!
Am Freitagmorgen werde ich noch in der Allgemeinbildung geprüft und ab Freitagmittag ist dann alles abgeschlossen.
Somit kann ich mich wieder voll und ganz meiner sportlichen Tätigkeit der Leichtathletik widmen. Wie bereits bekannt schlage ich mich im Moment jedoch mit Problemen im linken Fuss herum. Anfangs Woche hatte ich den Termin für ein MRI. Daraus erhoffte ich mir am Schluss zu wissen was genau nicht in Ordnung ist mit meinem Gelenk.
Zwei Tage nachdem ich das MRI anfertigen liess, hatte ich einen Besprechungstermin beim Arzt. Nach einer kurzen Untersuchung um nochmals zu schauen wo der schmerzende Punkt lag zeigte er mir auf dem MRI die nicht einwandfreie Stelle. Daraus konnte man sehe, dass der eine Fusswurzelknochen in einer ja man kann sagen Vorstufe zum Ermüdungsbruch ist. Bei Läufern ist dies leider eine bekannte Verletzung und kann auf Fehlbelastung oder auch Überbelastung zurückgeführt werden. Mit Dieser Diagnose nahm auch die Länge der Auszeit neue Formen an. Bei einem Ermüdungsbruch pausiert man in der Regel zwei bis drei Monate. Meine Verletzung ist vergleichbar mit einem solchen Bruch und damit gelten auch für mich die 60-90 Tage.
Eine grosse Rolle spielt die Zeit für mich nicht, denn die Saison 2011 ist für mich vorbei, bevor sie angefangen hat. Nun halte ich mich mit Krafttraining, Aqua-fit und Velofahren fit bis ich
wieder schmerzfrei joggen kann. Ich werde die Blessur ganz sicher komplett ausheilen lassen und je nach Bedarf auch einen Monat länger pausieren.
Nun hoffe ich, dass bis Anfang Herbst alles verheilt ist und ich wieder Rennen bestreiten kann.
Eine gute Zeit.
Roland Christen – 14. Juni 2011
28. Mai 2011
Wie heisst es doch so schön ‚‘‘nochem Räge chond d’Sonne‘‘! Mit diesem Spruch könnte man den gestrigen und den heutigen Tag sehr treffend beschreiben. Nicht aber nur die zwei Tage passen dazu sondern beinahe die letzten zwei Monate meiner sportlichen und schulischen Karriere!
Die schulische Achterbahnfahrt neigt sich langsam aber sicher dem Ende entgegen, bei der sportlichen ‘‘Talfahrt‘‘ hingegen ist bis auf weiteres noch kein Ende in Sicht.
19. Mai 2011
Mit den vier Prüfungstagen in der vorletzten Woche konnte ich bereits bis zum 19. Mai einen grossen Teil meines Qualifikationsverfahrens (neue Bezeichnung für die Lehrabschlussprüfung) abschliessen. Dabei musste ich mich in den praktischen Arbeiten sowie auch in der mündlichen Theorie behaupten. Beide Teile gelangen mir gefühlsmässig gut und ich bin bis zum heutigen Tag zufrieden mit dem Verlauf der Prüfungen.
Als nächster Eckpunkt stehen die schriftlichen Prüfungen im Bereich Elektrotechnik an. Zusammen mit allen Lehrabgängern im Beruf Elektroinstallateur absolviere ich am kommenden Mittwoch die schriftlichen Tests. Ganz bestimmt werden die Feierlichkeiten nach diesem langen Tag nicht zu kurz kommen!
Als letzter Teil wird am 10. Juni noch die Prüfung in der Allgemeinbildung folgen. Diese geniesst aber in vielen Fällen einen eher minderen Stellenwert und verlangt auch nicht so viel Wissen. Zudem geniesse ich eine super Ausgangslage, welche aus den Vornoten und der geschriebenen Selbstvertiefungsarbeit hervorgeht.
09. April 2011
Hätte jemand vor drei Monaten zu mir gesagt, dass ich von Mitte April bis sicherlich Ende Mai kein normales Training laufen könne, ich hätte es ihm bestimmt nicht geglaubt. Logisch. Aber manchmal kommt alles ganz anders als man es sich erhofft. Schlussendlich kann man noch so gut durch den Winter kommen oder geniale Trainingslager absolvieren, wenn man jedoch nicht bereit ist wenn die Saison beginnt hilft einem das nichts.
Nur Trübsal zu blasen zum jetzigen Zeitpunkt läge aber gar nicht in meinem Interesse. Denn dadurch würde sich die Situation nicht verbessern. Wie schon mehrmals betont, werde ich erst wieder in den geregelten Trainingsalltag einsteigen, wenn mein Fuss wieder ganz gesund ist. Wie lange dass dies noch dauert steht aber in den Sternen*!
Bis dieser Tag kommt, begnüge ich mich mit alternativen Sportarten, welche keine Schmerzen verursachen. Nebst diesem Training mache ich auch täglich sicherlich eine Stunde lang etwas für die Genesung meines Fusses. Mit diesen Massnahmen versuche ich möglichst schnell wieder gesund auf die Bahn zurück zu kommen. Und dann stärker als je zuvor. =)
Die ganze Geschichte hat nicht nur eine Schattenseite. Lernt man es doch wieder viel mehr zu schätzen, wenn man ohne Schmerzen Sport treiben kann.
27. Mai 2011
Nebst den Prüfungen und der nötigen Auszeit im Sport gibt es aber auch noch viele andere Sachen im Leben. Hiermit spreche ich meinen 20. Geburtstag an. Zusammen mit Kollegen durfte ich einen schönen Abend verbringen und wurde leicht und schwer beschenkt. =) VIELEN DANK!
Mit den vielen Prüfungen, der täglichen Arbeit, der Verletzung und meinem Geburtstag kam vieles auf einmal. Und nun ist auch schon vieles wieder Geschichte. Ob sich das positiv auf meinen Fuss auswirkt, ich hoffe es auf jeden Fall!
Vielen Dank für all die Glückwünsche zu meinem 20. Geburtstag. GROSSartig!
Eine verletzungsfreie Zeit.
Bis bald.
Roland Christen - 28. Mai 2011
Trainingslager in Breisach, Deutschland
vom 25.-30. April 2011
Kaum hatte ich die Koffer ausgeräumt, musste ich sie wieder packen. Die sechs Trainingstage in Breisach vergingen wie im Fluge. Nebst gutem Essen meinte es auch Petrus sehr gut mit uns. Während den Trainings musste niemand die Regenjacke anziehen.
Bei herrlichem Wetter trafen wir uns am Ostermontag nachdem Mittag auf dem Parkplatz der Festhalle in Willisau. Mit einem grösseren Personenbus, einem ‘‘Gepäckebus‘‘ und ein paar privaten Autos brachen wir anschliessend los Richtung Baden-Württemberg. Ohne Probleme passierten alle Fahrzeuge den Zoll in Basel und auf 16.00 Uhr wurde bereits das erste Training angesetzt.
Ich absolvierte zusammen mit Andreas Meyer einen 30 minütigen Dauerlauf und anschliessend 3x200m auf der Bahn. Meine Problemstelle, das linke Fussgelenk, zeigte sich von einer guten Seite und schmerzte nicht. Ich hatte lediglich ein etwas komisches Gefühl.
Am zweiten Tag trainierte ich ohne grösseren Probleme nachdem vorgegebenen Programm. Auch der stündige Dauerlauf am Mittwochmorgen konnte ich problemlos mit Andy und Steffi absolvieren. Am Nachmittag machte ich eine Pause um meinen Fuss zu schonen. Mit der Absicht, dass ich am Donnerstagmorgen die Bahneinheit gut hinter mich bringen kann.
Auf dem Programm standen gesamthaft acht Läufe. Diese waren in zwei Serien aufgeteilt. Nach einem legendären Einlaufe mit Peter ‘‘Fru‘‘ Frei startete ich mit dem Training. Die ersten vier Läufe gingen relativ gut. Ich verspürte jeweils in der Startkurve leichte Schmerzen konnte den Rest aber zügig und schön durchlaufen.
Nach einer längeren Serienpause begab ich mich zum Start und legte los mit dem fünften Lauf. Dieser dauerte aber nur gerade 30 Meter! Danach verspürte ich wieder den alten Schmerz und musste die Trainingseinheit abbrechen. Anstatt einem längeren Auslaufen auf dem Rasen stand dann halt Physio auf dem Plan.
Durch das erneute Auftreten meiner Fussgelenkverletzung war für mich am Donnerstagmittag das Trainingslager vorbei. Ich liess mich am Donnerstagnachmittag und Freitag weiterhin behandeln und übernahm an diesen Tagen den Part als Vereinsfotografen. Nach einer knappen Niederlage am Freitagabend im Videospiel Singstar ging die männliche Fraktion etwas niedergeschlagen zu Bett :P! Doch bereits am Samstagmorgen war die Niederlage wieder vergessen. Gesund, etwas müde und ohne weitere Verletzte kehrten wir am Samstag nach Willisau zurück.
Bevor ich mich am Samstagabend vor den TV setzte und den Match GC gegen den FCL schaute, drehte ich noch eine Runde mit dem Rennrad. Auf dem Velo verspüre ich nämlich überhaupt keine Schmerzen. Somit hatte ich doch noch etwas Sportliches gemacht an diesem schönen Samstag. Den Sieg des Grasshopper Club Zürich gegen den FC Luzern konnte ich anschliessend so richtig geniessen. =) Hopp GC!
Die nächsten Tage werde ich nun wieder pausieren und mich auf dem Rad fit halten. Die Teilnahme am Luzerner Stadtlauf 2011 habe ich bereits gestrichen, leider. Wäre ich doch sehr gerne in der schönsten Stadt der Welt an den Start gegangen. Im Moment hat aber die komplette Genesung Vorrang. Mit Laufen werde ich erst wieder beginnen, wenn ich überhaupt nichts Schlechtes mehr verspüre im linken Fuss…!
Roland Christen – 01. Mai 2011
Für eine Woche in Breisach zu Hause..
Wie jedes Jahr am Tag nach dem Osterfest, verreise ich mit dem Verein für sechs Tage nach Breisach, Deutschland, ins Trainingslager. Logieren werden wir in einer Jugendherberge, diese liegt direkt am Rhein. Die Leichtathletikanlage liegt nur unweit entfernt von der Unterkunft. Für uns Läufer erstreckt sich auf einer Länge von mehr als zehn Kilometer dem Rhein entlang ein optimales Waldstück. Ob Dauerlauf, Intervall oder Rundkurse dieser Wald hat alles zu bieten.
Auf eine tolle Woche mit viel Sonnenschein!
Möcheds guet. Gruess Roland
Roland Christen - 25. April 2011
Etwas aus den Bahnen geworfen
Seit Ende März, als die Zeit auf Sommer umgestellt wurde, spürt man den Bewegungsdrang der Leute förmlich. Natürlich ist es nicht alleine nur die Zeit welche zu diesem Trend geführt hat, viel mehr noch das wunderbare Wetter, welches wir seit Tagen geniessen können. Gibt es doch kaum etwas Besseres als ein lockerer Jogg der Wigger entlang oder eine Biketour im Napfgebiet.
Frühling wir heissen die herzlich Willkommen...!
Von einer anderen Seite betrachtet nützt einem in gewissen Situationen nicht einmal das schöne Wetter etwas. Was hat man davon wenn man sich nicht Schmerzfrei bewegen kann? Man kann nicht gerade sagen, dass man rein gar nicht profitieren könnte vom schönen Wetter, aber der Spassfaktor ist schon etwas eingeschränkt. Ich schreibe dies nicht aus purer Langweile sondern weil es mich leider selber betrifft.
Seit nun gut einer Woche schlage ich mich mit Fussproblem herum. Begonnen hat die ganze Sache nach einem Bahntraining. Ich verspürte leichte Schmerzen im Fussgelenk. Umgehend fing ich an den Fuss zu baden und mit Salben zu behandeln – ohne grossen Erfolg!
Also liess ich mich beim Sportarzt untersuchen und vorsichtshalber den Fuss röntgen. Das Röntgenbild zeigte anschliessend auf, dass nichts gebrochen oder stark verschoben war. Als therapeutische Massnahme bekam ich sechs Termine bei einem Physiotherapeuten verschrieben.
Zurzeit bin ich in Behandlung und absolviere vermehrt Krafttrainings. Laufeinheiten bilden im Moment eine Minderheit meines Trainingumfangs. Nach und nach beginne ich aber wieder Dauerläufe zu absolvieren, soweit ich keine Schmerzen verspüre.
Ich hoffe, dass ich bis Ende Woche wieder fit bin und Schmerzfrei laufen kann.
Einen Tag nach Ostern werde ich zusammen mit dem Verein, Stv Willisau, für sechs Tage nach Deutschland ins Trainingslager verreisen. Dort erhoffen wir uns den letzten Schliff für die kommende Saison zu holen. Nun ist zu hoffen, dass ich nicht als ‘‘Patient‘‘ sondern als gesunder Athlet mitreisen darf. Ich versuche alles um möglichst schnell wieder gesund zu werden.
Roland Christen - 19. April 2011
Schmerzfrei auf dem Podest in Bremgarten
Elf Tage sind vergangen, seit meiner Rückkehr aus Portugal. Ich habe das Gefühl, dass sich die Temperaturen seit diesem Tag nur noch senken. Brrrr!
Nach zwei Ruhetagen schnürte ich am 20. Februar 2011 wieder das erste Mal die Turnschuhe. Ich versuchte das Training immer etwas heraus zuschieben, in der Hoffnung nicht nass zu werden, vergebens. Der lockere Dauerlauf fiel wortwörtlich ins Wasser.
Nach einer warmen Dusche machte ich mich auf den Weg nach Gettnau. Dort fand der Gettnauer Crosslauf statt. Im Gegensatz zu mir, hatten die Athleten dort nicht nur mit dem Regen zu kämpfen sondern auch noch mit sehr tiefem Boden.
Die letzte Woche stand das Krafttraining im Vordergrund. Das Training am Montag führte ich im Kraftraum durch. Darauf folgte am Dienstag eine lockere Laufeinheit.
Vom Mittwoch auf den Donnerstag arbeitete und übernachtete ich im Tessin. Dort konnten wir während dem Schaffen zwei wunderbar, sonnige Tage geniessen.
Am Freitag stand Athletik und Sprungtraining auf dem Programm. Zum ersten Mal seit fast zwei Monaten konnte ich wieder ohne Schmerzen das ganze Training mitmachen! Sowohl das komische Ziehen im linken Bein, wie auch die Schmerzen im Fussgelenk sind beinahe abgeklungen. Ich durfte also wieder einmal ein Training geniessen und musste nicht immer mein Gesicht vor Schmerzen verziehen.
Kurzfristig entschloss ich mich, am Samstag den, 26. Februar, am ASICS Bremgartner Reusslauf teilzunehmen. 70 Minuten vor dem Start meldete ich mich in der Kategorie Kurzlauf Herren über 6.5 Kilometer nach. Beim einen oder anderen Athleten erkundete ich mich vor dem Start noch etwas über die Höhendifferenz der Strecke. Denn ich stand das erste Mal am Start in Bremgarten. Pünktlich um 12.00 Uhr fiel der Startschuss und mit diesem sprinteten zwei Übermütige an die Spitze. 500 Meter lang liessen sie sich feiern als wären sie gerade Weltmeister geworden. Nach einem halben Kilometer kam erwartet die Wende und die zwei Spassvögel stellten von der Sprinttechnik auf die Watscheltechnik um. =)
Bereits ab Kilometer eins bildete ich zusammen mit Ludwig Ruder und zwei anderen Athleten ein Quartett an der Spitze des Rennens. Bei Kilometer vier war es dann aber um die beiden anderen geschehen und ich lief zusammen mit Ruder vom LC Basel an der Spitze. Auch er zeigte bei Kilometer fünf eine kurze Schwächephase und musste mich ziehen lassen. Einen Kilometer vor dem Ziel konnte Ruder wieder zu mir aufschliessen. Zusammen kamen wir zurück in den Dorfkern von Bremgarten. Er setzte dann zu einem kleinen Sprint an, während ich ganz schön mein Tempo durchlief bis ins Ziel. Der Platz war für mich für einmal sehr sekundär. Viel mehr befriedigte mich das Gefühl und Tempo welches ich während dem ganzen Lauf regelmässig hoch halten konnte.
Gestern Sonntag absolvierte ich ein lockeres Footing der schönen Wigger entlang. Die Beine fühlten sich spürbar schwerer an als an anderen Tagen.
Als Start in die neue Woche steht heute Abend ein Sprinttraining auf dem Plan. Mal schauen wie gut das geht bei dieser Kälte!
En gueti Woche.
Roland Christen – 28. Februar 2011
Trainingslager in Monte Gordo, Portugal
vom 3.-17. Februar 2011
Tag 15 Abreise
Nur noch wenige Stunden dauert es bis das Flugzeug in Faro Richtung Palma de Mallorca startet. Um 08.00 Uhr starteten Steffi und ich zu unserem letzten Dauerlauf. Bei herrlichem Sonnenschein genossen wir noch einmal in vollen Zügen das warme Wetter.
Nach einer abkühlenden Dusche konnte ich beim Morgenesse so richtig zuschlagen. =) Anschliessend wurde die Koffer gepackt und bei der Rezeption deponiert.
Nun sitze ich in der Bar 42 und geniesse die letzten Sonnenstrahlen. Um 14.00 Uhr werden wir vor dem Hotel abgeholt und zum Flughafen chauffiert. Im Verlauf des späteren Abends werden wir hoffentlich heil in Zürich landen. =)
Einen schönen Tag und bis bald in der Schweiz.
Roland Christen – 17. Februar 2011
Tag 12 Wolken zogen auf
Es ist kaum zu fassen, aber die 14 Tage Trainingslager in Portugal gehen rasend schnell vorbei! Bis zum Gestrigen Tag durfte ich auch kein schlechtes Wort über das Wetter verlieren. Das hat sich seit gestern jedoch etwas geändert. Während dem Sprungtraining regnete es teilweise sehr stark. Der anschliessende Lauf durch den Wald ins Stadion war ein durch Pfützen geprägter Lauf. Für unsere Läufe konnten wir die im Stadion integrierte Indooranlage benützen und waren so im Trockenen.
Bis zum heutigen Tag konnte ich alle Trainings planmässig durchführen. Einzig bei den Sprüngen setzte ich teilweise aus, zur Schonung meiner Knochenhaut. Bei den Läufen im Wald oder auch auf der Bahn hatte ich aber nie Probleme oder Schmerzen.
Die schnellen Einheiten auf der Bahn waren hart. Auch aus dem Grund, weil ich die meisten Läufe alleine gelaufen bin. Soviel ich weiss, ist aber noch selten ein Athlet geboren der ohne hartes Training erfolgreich wurde.
Am letzten Samstag genossen wir einen freien Tag. Ausgeschlafen fieberten wir nach dem Morgenessen mit Didie Cuche mit. Anschliessend besichtigten wir Tavira, die nächst grössere Stadt von Monte Gordo aus. In einem kleinen Fischerdörfchen machten wir einen Halt und genossen direkt am Fluss das schöne Wetter. Auf dem Rückweg durfte ein Abstecher ans Meer nicht fehlen.
Den Dauerlauf heute Morgen genossen wir bei herrlichem Sonnenschein. Nach ein paar leichten Sprüngen gönnte ich mir noch ein Bad im Meer. Vor dem Mittagessen hat sich das Wetter etwas umgeschlagen, wenn ich jetzt aus dem Fenster schaue sehe ich viele Wolken.
Am Nachmittag stehen 7x600 Meter auf dem Plan. Ich hoffe, dass ich dieses Bahntraining ohne Regen laufen kann.
En schöne Tag.
Roland Christen – 14. Februar 2011
Tag 5 Christen = Gettnau!
Mit jedem Tag wird es für mich schwieriger einen Interessanten Bericht zu schreiben. Denn einfach «nur» immer vom Trainingsbetrieb zu schreiben ist doch langweilig!
Gestern Abend sind in unserem Hotel weitere Läufer eingetroffen. Genauer gesagt Patricia Morceli und Andy Bühler. Beim Nachtessen begrüssten wir uns gemeinsam. Ich kennen sie nicht näher, sie hat
aber durch meinen Onkel Urs, der ihr immer wieder mal als Tempomacher zur Seite steht, schon von mir gehört. Bei unserem Hoteleingang steht eine Tafel mit den jeweiligen Trainingsprogrammen und
auch die Liste für die Massage. Bei dieser konnte Patricia dann meinen Namen finden und wusste so, dass ich auch hier bin. So entstand eine lustige Diskussion während dem Essen. Das sollte aber
nicht der einzige Fall in Sachen «Familiengeschichte» gewesen sein! Auch Fritz Schmocker und Bernadette Meier haben auf irgendeinen Weg mehr über mich und meine Onkel erfahren. Das grösste
Hindernis bildete dabei aber für viele der Verein. Denn der Name Christen ist in der Läuferszene automatisch mit Gettnau verbunden!
Ja, übrigens trainiert habe ich auch noch. Bei herrlichem Sonnenschein und warmen Temperaturen. Die Schmerzen der entzündeten Knochenhaut sind etwas abgeklungen. Diese ganz weg zubringen dürfte
aber schwierig werden. Mit einer Salbe probiere ich möglichst dagegen zu wirken und zu lindern.
Roland Christen – 8. Februar 2011
Tag 4 Sprünge = Schmerzen
Zu zwölft starteten wir um 10.00 Uhr zu einem 45 minütigen Dauerlauf durch den nahe gelegenen Wald. Nach der Laufeinheit stellte ich mich noch ins kühle Pool und gönnte meinen Beinen bei
herrlichem Sonnenschein eine Abkühlung.
Am Nachmittag stand ein Training mit Sprüngen und zum Abschluss noch sechs runde Abläufe auf dem Programm. Für die Prell-, Einbein- und Laufsprünge fanden wir eine geniale, absichtlich mit
Gefälle gebaute Bahn vor. Die Freude war bei mir allerdings nur von kurzer Dauer, denn bereits bei den Einbeinsprüngen spürte ich wieder das «komische Gefühl» im linken Bein! Gleichzeitig machten
sich auch die leichten Entzündungen im linken und rechten Bein bemerkbar. Bei den Laufsprüngen stellten mich nicht die Sprünge vor ein Problem sondern das zurückmarschieren auf der Rampe! Bei
diesem waren die Schmerzen zu spüren. Nach einer kurzen Pause erholte ich mich aber wieder und konnte das Training noch schmerzlos beenden.
Ein gemütliches Zusammensein in der Bar 42 bildete den Abschluss.
Roland Christen – 8. Februar 2011
Tag 3 - zwölf mal vierhundert Meter
Rund um meinen Bericht von Gestern gab es einige Reaktionen. Ich will somit klarstellen, dass der
zweiwöchige Aufenthalt in Zypern Anfang Jahr nicht nur schlecht war. Das Wetter und die Temperaturen zeigten sich damals von ihren besten Seiten.
Wenn ich aber das Hotel, die Trainingsmöglichkeiten, das Stadion und die Wege betrachte, bin ich zurzeit in Portugal viel besser aufgehoben. ;-)
Den morgendlichen Dauerlauf startete ich zusammen mit Stefanie Barmet um 10.00 Uhr. Die ersten fünf Kilometer gingen wir sehr locker an. Den letzten steigerte ich und stoppte ihn knapp unter drei
Minuten. Wie schon fast zur Gewohnheit geworden, schien die Sonne von morgens bis abends und Wolken waren keine zusehen. Als Abschluss stellte ich mich noch ins kühle Pool, um die Durchblutung in
den Beinen etwas zu fördern.
Bis um 16.30 Uhr hatte ich anschliessend Zeit, um mich für das Bahntraining zu erholen und optimal einzustellen. Fritz Schmocker stellte sich in den Dienst von Steffi und mir. Er transportierte
die Rucksäcke vom Hotel ins Stadion, währenddessen wir die drei Kilometer als lockeres einlaufen nutzten.
Über das Stadion könnte ich sehr viel schreiben. Es ist in einem top Zustand und bietet alles was man für ein Training braucht. Eine sehr feine Leichtathletikanlage.
Gesamthaft absolvierte ich 12x400 Meter. Ganz einsam waren wir im Stadion, bis auf die Werbebanden, welche auf den Bahnen eins bis drei standen. Diese werden zurzeit genutzt, weil ein
Internationales U16 Turnier (Italien, Portugal, Israel, Polen) durchgeführt wird. Nach ziemlich genau eineinhalb Stunden lief ich die letzten 50 Meter des zwölften Laufes. Ich hatte das Gefühl,
ich käme nicht mehr ins Ziel. Das Gefühl welches ich nach dem Zieleinlauf fühlte war aber genial. Trotz der totalen Erschöpfung war ich auch ein wenig stolz, denn die Einheit war hart, sehr
hart.
Kurz vor dem Schlafen hatte ich noch einen Termin beim Masseur. Mit seinem Wissen und gekonnten Art lockerte er meine Muskulatur. Müde und mit lockeren Beinen legte ich mich ins Bett.
Roland Christen – 06. Februar 2011
Tag 2 - Genialer Abschluss
Der erste Trainingstag in Portugal startete ich mit einem 60 minütigen Dauerlauf. Anschliessend folgten acht technische Abläufe und zum Schluss noch ein leichtes Stretching im Hotelzimmer.
Das Buffet am Mittag bot für jeden etwas, von Fisch bis Fleisch und von Pommes bis Reis!
Nach einem gemütlichen Mittagsnickerchen joggten wir im halb fünf los Richtung Stadion. Die drei Kilometer nutzten wir als gemütliches Einlaufen. Für das Betreten des Stadions mussten wir uns noch ablichten lassen und konnten gerade anschliessend die Karte für den Stadioneintritt in Empfang nehmen. Die Bahn war wegen eines Nachwuchsländerspiels zwischen Italien und Israel von 15.00Uhr bis 18.00 Uhr gesperrt. Unsere Abläufe und die Laufschule brachten wir aus diesem Grund auf dem Rasen neben dem Stadion hinter uns.
Abschliessend konnte ich nachdem Nachtessen noch beim Masseur vorbeischauen. Einfach herrlich, ich fühle mich wieder wie neu geboren =).
Gute Nacht.
Roland Christen – 04. Februar 2011
Tag 1 – Positiv überrascht
Pünktlich um 11.40 Uhr hob der Flieger der Air-Berlin in Zürich ab. Via Genf und Marseille flogen wir nach Palma de Mallorca. Die Aussicht aus dem Flieger war genial, das Wetter wolkenlos. Eine
knappe Stunde dauerte unser Aufenthalt auf der «Ballermann - Insel». Anschliessend flogen wir die spanische Küste entlang und landeten nach 90 Minuten in Faro. Nach dem alle ihr Gepäck bekommen
haben, fuhren wir mit drei kleinen Busen nach Monte Gordo. Im Gegensatz zur Ankunft in Zypern vor einem Monat, wusste das Personal an der Rezeption über unsere Reservation Bescheid =). Zeit zum
Auspacken der Koffer blieb kaum, denn 30 Minuten nach dem Eintreffen in Hotel starteten wir zu unserem ersten Dauerlauf.
Der Aufenthalt in Portugal übertrifft, den jenen von Zypern bereits nach einem halben Tag! Angefangen beim Hotel, das Zimmer ist mehr als doppelt so gross.., die Räume sind sauber, das Essen ist
gut und die Türe kann sicher abgeschlossen werden.
Für einen lockeren Dauerlauf steht 100 Meter von unserem Hotel entfernt ein Wald mit genialen Wegen. Also auch Trainingstechnisch ist Monte Gordo, Limassol bei weitem überlegen.
Wie es sich Wettermässig entwickeln wird muss ich abwarten. Aber der Wetterbericht ist vielversprechend.
Roland Christen – 03. Februar 2011
Schulstress vorbei!
Endlich kann ich mir die Zeit wieder nehmen und meine Homepage aktualisieren. In den letzten Tage, ja sogar letzten Wochen, ging es etwas stressig zu und her bei mir.
Begonnen hat die hektische Zeit kurz nach meiner Rückkehr aus Zypern. Der Grund dafür war, das Abgabedatum unserer Vertiefungsarbeit am 25. Januar. Damit wir unsere Arbeit, welche wir zu dritt
verfassten, pünktlich abgeben konnten war die eine oder andere Nachtschicht nötig. Wir fingen uns auf der Zielgeraden jedoch souverän auf und konnten unsere Arbeit zwei Tage vor dem Abgabetermin
fertigstellen.
Die schriftliche Arbeit ist der eine Teil, die Präsentation der andere. Weil ich bereits am Donnerstag für zwei Wochen nach Portugal reise, konnte ich mit dem Lehrer den Termin für unsere
Präsentation vorverschieben. Somit durften wir unsere Arbeit am 1. Februar der Klasse vorstellen. Im Vorhinein konnte ich es wieder nicht verhindern, Nachtschichten einzulegen. Darunter kam meine
Erholung zu leiden. Rückblicken muss ich sagen, es hat sich gelohnt auf die eine oder andere Stunde Schlaf zu verzichten. Erfreulicherweise bewertete unsere Lehrperson die Arbeit zusammen mit der
Präsentation mit der Bestnote.
Trainingslager in Portugal
Das Kapitel Vertiefungsarbeit kann ich nun abhacken und wieder mit etwas mehr Zeit in die Zukunft schauen.
Bereits am nächsten Donnerstag, 3. Februar 2010, werde ich für zwei Wochen nach Monte Gordo, Portugal fliegen. Organisations- sowie auch Infrastrukturmässig erwartet uns im Vergleich mit Zypern
schon fast ein Luxus. Während zwei Wochen stehen uns nämlich gleich zwei Masseure zur freien Verfügung. Meine Waden werden dankbar sein =). Auch die Leichtathletikanlage, das Hotel als Unterkunft
und die Mahlzeiten seien zufriedenstellend, liessen diverse Athleten verlauten, die über Neujahr bereits in Monte Gordo weilten.
Kurz vor dem Mittag werde ich am Donnerstag in Zürich mit dem Flieger abheben. Am späteren Nachmittag erhoffe ich mir, bei etwas wärmeren Temperaturen bereits den ersten lockeren Dauerlauf
absolvieren zu können.
Wie ich den Flug erlebt habe und ob ich den lockeren Run bei Sonnenschein hinter mich bringen konnte, könnt ihr ab Donnerstagabend hier erfahren.
Ich wünsche allen eine gute Zeit.
Roland Christen – 01.02.2011