Läuferdynastie Christen

Urs Christen, Sieger des Lucernmarathons 2008. Urs Christen, Sieger des Lucernmarathons 2008.

Läuferdynastie Christen

Auf dem Bauernhof ‘‘Holenhof‘‘ sind sie aufgewachsen. Tüchtig halfen sie dem Vater bei Hofarbeiten und als Hobby betrieben sie den Laufsport. Die Rede ist von der Familie Christen aus Gettnau.

 

Zwischen 1956 und 1970 wurden Hans und Frieda Christen-Birrer zehn Kinder geschenkt. Hans, Frida, Sepp, Gerhard, Theres, Urs, Xaver, Isidor, Rosmarie und Martin hiessen sie. Im schulpflichtigen Alter erledigten sie viele Arbeiten auf dem Hof. Die Mädchen aber halfen ihrer Mutter bei den Hausarbeiten. In dieser Zeit einen Bauernhof zu führen, war nicht einfach, denn man hatte nie so viele Maschinen, wie heute. Die Milch wurde mit dem Velo und Anhänger in die ‘‘Chäsi‘‘ transportiert und das zwei Mal täglich. Am Morgen vor der Schule und am Abend um 18.00 Uhr. Bei dieser Arbeit wechselten sich die sieben Männer immer ab. Am Sonntagmorgen besuchten sie immer den Gottesdienst. ‚‘‘Ausgang‘‘ wie heute, kannten sie nicht. Denn Arbeit gab es auf dem Hof genug. Der älteste Sohn Hans, fand gegen Ende der Schulzeit immer mehr Freude am Laufsport. Aktiv trainierte er in der Läuferriege Gettnau mit. Nach und nach folgten im seine Brüder.

 

Die sechs Brüder sind dem Laufsport bis heute treu geblieben. Urs, der kleinste der sechs, ist der Erfolgreichste. Er gewann schon unzählige Marathons und wird nicht um sonst Napflaufkönig genannt. Er war in den 90er Jahren der, der den schwarzen Läufern Parole bieten konnte. Schon mehr als zehn Mal war er schnellster Schweizer am Willisauer Lauf. Aber natürlich war nicht nur er erfolgreich, auch die anderen fünf konnten an Regionalenwettkämpfen Siege feiern. Mit dem Namen ‘‘Christen‘‘ wurde auch die Läuferriege Gettnau bekannt. Seit ein paar Jahren bestreiten die sechs Brüder zusammen den Ekiden-Marathon. Dort laufen sechs Personen zusammen einen Marathon von 42.195km. Als sie im Jahre 2000 das erste Mal teilnahmen, schauten viele nicht schlecht. Was sechs schneller Brüder, gibt es das? Ja, das gibt es. Bei der Familie Christen aus Gettnau ist das der Fall. Nun ist auch klar wieso ich Läufer und nicht Fussballer geworden bin. Ich bekam von meinen Onkeln so viel Talent in die Wiege gelegt, dass ich als junger Bursche kaum trainieren musste. Und so fand ich auch Freude am Laufen. Viele sagen immer, auf der Bahn im Kreis herumrennen, das würde ich nie machen. Aber Mittelstrecken ist eben etwas anderes. Man muss immer bereit sein, auf einen Angriff des Gegners oder halt auch Mal selber die Initiative ergreifen. Dazu kommt, dass man die Kräfte richtig einteilen muss, um Erfolg zu haben. Und das alles in einem Rennen umzusetzen, ist nicht so einfach. Aus meiner Sicht, braucht es auch sehr viel Geschicklichkeit, auf der Bahn mit Konkurrenten zu rennen. Viele Leute glauben, es sei doch so einfach, im Kreis zu laufen. Wir sind zum Lernen geboren und niemand weiss alles. Ich kann euch einfach sagen, Leichtathletik ist eine der besten Sportarten.

 

Geschrieben am 1. Mai 2007

 

Roland Christen – 16.06.2010

 

 

 

Verein: Stv Willisau Verein: Stv Willisau

 

 

 

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